PSV Rostock will Hansestadt wieder zu einer Box-Hochburg entwickeln

Amateur-Boxer der U22 ermitteln in Rostock ihre Deutschen Meister / 150 Sportler vom 27. bis 31. Oktober in der OSPA-Arena erwartet

 

Rostock. Der PSV Rostock e.V. macht sich um den deutschen Boxsport verdient. Nach den Deutschen Meisterschaften im Amateurboxen der U22 im Jahr 2019 richtet der Verein auch die Titelkämpfe 2020 in Rostock aus. Vom 27. bis 31. Oktober werden rund 150 Sportler und Verbandsfunktionäre aus ganz Deutschland in Rostock erwartet.

„Wir haben kurzentschlossen zugesagt, das Bundesranglistenturnier zu organisieren. Trotz des Aufwandes und der Kürze der Zeit“, sagt PSV-Geschäftsführer Marko Zülske. Die deutschen Sportler bräuchten nach der Corona-Pause endlich wieder hochrangige Kämpfe, um Leistungen zu zeigen und sich für kommende Welt- und Europameisterschaften zu empfehlen. „Es spricht auch für die Zufriedenheit aller Akteure im vergangenen Jahr, dass der Deutsche Boxverband zur Ausrichtung der Wettkämpfe auf uns zukam“, betont Zülske. Alles sei sehr professionell gewesen, von der Vorbereitung und Organisation der Wettkämpfe in der OSPA-Arena, über die Unterbringung der Sportler im nahen Sportforum bis hin zur Lichtshow beim Einmarsch der Sportler. Die Stimmung hätte nicht besser sein können. Dies wolle der Verein auch unter Corona-Bedingungen bestmöglich gewährleisten. „Unser Ziel ist es mit beizutragen, den Norden wieder zu einer Box-Hochburg zu entwickeln“, so Zülske. Städte wie Rostock, Schwerin und Neubrandenburg seien über Jahrzehnte Leistungszentren des Boxsports gewesen und hätten zahlreiche Talente hervorgebracht.

 

Zwei Kampfrichter vom PSV Rostock

Für das Image der Sportart seien die hochrangigen Box-Kämpfe in Rostock äußerst wichtig. Im Kinder- und Jugendbereich konnte der PSV nach den Deutschen Meisterschaften 2019 deutlich an Mitgliedern gewinnen. „Die Mitgliederzahl stieg von 220 auf 260 aktive Sportlerinnen und Sportler“, sagt Trainer Clemens Busse, der erneut Cheforganisator ist. „Ich finde es cool, die Kämpfe ausrichten zu können. Schade nur, dass uns in diesem Jahr die Spitzensportler in der Elite-Klasse aus der Hansestadt fehlen.“ Perspektivisch gebe es aber Hoffnung. Beispielsweise gilt die 17-Jährige Delia Hörmann als Bundesperspektivkader. Ihr Vater Dietmar, seit Jahresbeginn Abteilungsleiter Boxen beim PSV, ist sehr stolz auf seine Tochter. Der Rechtsanwalt arbeitet zudem beratend im Organisationsteam des Bundesranglistenturniers.

 

Eine Spitzenfrau im Ring hat der PSV Rostock allerdings durchaus zu bieten: Susann Köpke fungiert bei den Titelkämpfen als Kampfrichterin. Die Rostockerin ist seit 2018 mit der Drei-Sterne-Lizenz vom Weltverband AIBA die höchstdotierte Amateur-Kampfrichterin Deutschlands. Mit Jürgen Schröder wurde ein weiterer Kampfrichter vom PSV Rostock nominiert.

 

Bis Ende September können sich die Frauen und Männer der U22 für das Turnier einschreiben. Indessen beschäftigt sich das Organisationsteam um Clemens Busse mit der Bestuhlung der Arena und mit der Gewinnung von ehrenamtlichen Helfern für die Veranstaltung. Rund 50 Helfer werden gebraucht. Auch Sponsoren sind noch gern gesehen. Zum Glück, so Clemens Busse, gibt es in der Corona-Krisenzeit, die alle Sportvereine vor große Herausforderungen stellt, finanzielle Unterstützung vom Deutschen Boxsport-Verband.